Konfliktbearbeitungsmethoden

Verhandlung

Die Verhandlung dient der Klärung einer Sachlage, einschließlich der individuellen Bedürfnisse und Interessen der Verhandlungsparteien und wird mit dem Ziel betrieben, einen Interessensausgleich zwischen den Verhandlungsparteien herbeizuführen.

Moderation/Prozessbegleitung

Die Moderation oder Prozessbegleitung stellt den Parteien Hilfen methodischer Art zur Lösung ihrer Probleme und Konflikte zur Verfügung. Hierdurch wird beispielsweise die Kommunikation in Teams unterstützt und die Basis zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen für zentrale Themen geschaffen. Moderator oder Prozessbegleiter beziehen selbst keine Stellung zum Problem oder Konflikt.

Mediation

Die Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konflikts. Im Rahmen des Verfahrens arbeiten die Konfliktparteien miteinander an der Erkenntnis ihrer unterschiedlichen Wahrnehmungen und erfahren die Bedürfnisse und Interessen der anderen Partei. Sie entwickeln und verhandeln gemeinsam eine Vereinbarung, die den individuellen Bedürfnissen und Interessen beider Parteien entspricht.
Mediation liegt der Gedanke zugrunde, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist und vom Mediator hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen. Der/die Mediator/in ist unparteiisch und ausschließlich verantwortlich für den Prozess. Er/sie bezieht keine Stellung zum Konflikt und liefert keine Lösungsvorschläge.

Schlichtung

Die Schlichtung beginnt mit der Beratung und Aufklärung der Sachlage und beendet den Konflikt durch einen von einer neutralen Instanz vorgeschlagenen Einigungsvorschlag, sofern dieser von den Konfliktparteien akzeptiert wird.
Schlichtung wird oftmals in Tarifverträgen vereinbart, um Arbeitskämpfe zu vermeiden.
Bei Streitigkeiten zwischen den Ausbildenden und den Auszubildenden besteht die Möglichkeit, eine Schlichtung zu beantragen [1]. Nach § ARBGG § 111 ARBGG § 111 Absatz II 5 ArbGG muss einer Klage eines/r Auszubildenden in allen Fällen die Verhandlung vor dem (sofern vorhandenen) Schlichtungsausschuss vorangegangen sein. Die Prozessparteien können auf diese Verhandlung nicht verzichten.
In Hessen sind Schlichtungsverfahren durch das Gesetz zur Regelung der außergerichtlichen Streitschlichtung als Vorverfahren bindend vorgesehen [2], beispielsweise für die Durchsetzung der im Hessischen Nachbarrechtsgesetz geregelten Nachbarrechte.

Schiedsgutachten

Über ein Schiedsgutachten können die Konfliktparteien einzelne Rechts- und Tatsachenfragen verbindlich durch einen neutralen Dritten klären lassen, beispielsweise die Schadenshöhe. Die Ergebnisse des Schiedsgutachtens können vor Gericht nur noch eingeschränkt überprüft werden.

Schiedsgerichtsverfahren

Im Schiedsgerichtsverfahren entscheidet ein von den Parteien eingesetztes Schiedsgericht (§§ 1025–1066 ZPO) an der Stelle eines ordentlichen Gerichts über vermögensrechtliche und nicht vermögensrechtliche Ansprüche. Die Vorteile des Schiedsgerichtsverfahrens sind schnellere Entscheidungen, die den wirtschaftlichen Belangen der Parteien dienlicher sind.

Gerichtsverfahren/Güterichterverfahren

Die Arbeitsgerichtsbarkeit ist eine eigene Fachgerichtsbarkeit. Der Instanzenzug besteht aus den Arbeitsgerichten, Landesarbeitsgerichten und dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt.
Besonderheiten des Verfahrens sind beispielsweise, dass zur Beschleunigung das Verfahrens ist eine Güteverhandlung vorgesehen ist und dass im Verfahren erster Instanz auch für die Partei kein Anspruch auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und kein Anspruch auf Erstattung der Anwaltskosten besteht, die den Prozess gewinnt.
Nach Erhebung der Klage besteht die Möglichkeit der Mediation im Güterichterverfahren [3].

Eskalationsgrad und Auswirkungen für die Parteien nach Friedrich Glasl [4], Einsatz der Methoden und Ergebnis dieses Einsatzes nach Meinung der Verfasserin [5], abweichend von Glasl:

Eskalationsgrad und Auswirkungen
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[4] Eskalationsgrad  und Auswirkung für die Parteien nach Glasl, F., Konfliktmanagement, Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater, 10. Auflage 2011, Haupt Verlag, Bern-Stuttgart-Wien, S. 233 ff;

[5] @Birgitta Becker


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Rechtsanwältin Birgitta Becker

Rechtsanwältin Birgitta Becker
Fachanwältin für Arbeitsrecht

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