Konfliktprävention für Arbeitnehmer/Innen

Konfliktprävention im Arbeitsleben beginnt für den/die Arbeitnehmer/In im Idealfall mit der Planung ihrer/seiner beruflichen Entwicklung. Ein/e Arbeitnehmer/In ist ihre/sein eigene/r „Unternehmer/In“. Sie/er stellt dem Arbeitgeber seine/ihre Arbeitskraft für die Dauer des Arbeitsverhältnisses gegen u.a. eine angemessene Vergütung zur Verfügung. Jede vertragliche Regelung sollte sie/er also gründlich prüfen (lassen).

Die Auswahl der Stelle, auf der die eigene Arbeitskraft eingesetzt werden soll, wirkt sich nicht nur auf das berufliche, sondern auch auf das private Leben aus. Stimmen die Anforderungen und Erwartungen eines Arbeitgebers mit den eigenen persönlichen und fachlichen Fähigkeiten und Kompetenzen nicht überein, so kann dies ein Anreiz zur persönlichen und beruflichen Entwicklung sein. Es können dadurch auch Konfliktpotential, belastender Stress, Erkrankungen und Belastungen des Privatlebens entstehen.

Die Analyse der eigenen Stärken und Schwächen sollte die/der Arbeitnehmer/In jährlich vornehmen. Dabei ist es wichtig, eigene Verhaltensmuster zu erkennen, zu überprüfen und rechtzeitig mit der Arbeit an der eigenen Veränderung zu beginnen. Ergibt die Analyse einen Bedarf an Coaching [1] (Supervision) oder Weiterbildung, so sollte dieser Bedarf/Wunsch ausgesprochen werden. Beide Parteien profitieren von der Weiterentwicklung. Zum richtigen Vorgehen und zu Vereinbarungen sollte rechtzeitig fachlicher Rat eingeholt werden.

Arbeitnehmer/Innen dürfen jederzeit mit ihrem Arbeitgeber verhandeln! Wenn der Arbeitgeber eigene Bedürfnisse/Interessen an einem Vorschlag hat oder im Rahmen der Verhandlung erkennt, sind die Chancen für einen Kompromiss der Parteien hoch. Für diese Verhandlungen dürfen sich Arbeitnehmer/Innen professionelle Unterstützung einholen.

Die Konflikteskalation zu betreiben kann eine Strategie sein. Ob diese aufgeht, oder nicht, wird ggf. erst klar, „wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“.

Spätestens bevor der Arbeitnehmer sich auf einen Konflikt mit dem Arbeitgeber einlässt, bzw. die Konflikteskalation mitbetreibt, sollte er/sie seine/ihre Rechte und Ansprüche kennen und deshalb - rechtzeitig - den Rat einer Fachanwältin für Arbeitsrecht einholen.

An der Eskalation von Konflikten sind zunächst immer beide Konfliktparteien beteiligt. Eine klare Täter/Opfer-Zuordnung gibt es zunächst selbst in „Mobbing“-Fällen nicht [2]:

Menschen unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie bestimmte Situationen, sich selbst, andere Menschen, ihre Beziehungen, ihre berufliche Tätigkeit und den Alltag erleben. Je nachdem, wie wir uns und unsere Umwelt wahrnehmen, wie wir denken, fühlen und diese Gefühle bewerten, kann ein und dieselbe Situation als angenehm und wohltuend oder als schwierig und belastend erlebt werden. In diesem Sinne erschafft jeder einzelne Mensch seine eigene und einzigartige Realität. [3]

Die richtige Kommunikation hilft dabei, die Realität des anderen rechtzeitig zu erkennen, mit ihm/ihr in eine Verhandlung treten und eine Konflikteskalation vermeiden zu können. Zum Training der Kommunikation empfehle ich die Internetseite des Kommunikationspsychologen Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun [4] und seine Ausarbeitungen.


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Rechtsanwältin Birgitta Becker

Rechtsanwältin Birgitta Becker
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Wirtschaftsmediatorin (IHK)
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