Konflikt und Konflikteskalation
Positionen und Beziehungen der Parteien im Konflikt

Konfliktebene

Glasl unterscheidet drei verschiedene Konfliktebenen. Konflikte im mikro sozialen Rahmen, im meso sozialen Rahmen und im makro sozialen Rahmen. [1]

Mikro soziale Konflikte sind Konflikte zwischen Einzelpersonen oder in kleinen Gruppen [2]. Die Parteien kennen sich dabei persönlich. Die Konflikttragweite ist überschaubar.

Auf der meso sozialen Ebene werden die Konflikte zwischen einzelnen mikro sozialen Einheiten über Mittelspersonen ausgetragen. Der Konflikt wird hier nicht nur durch den Konfliktgegenstand, sondern auch durch die persönlichen Beziehungen der Mittelspersonen [3] und die Interessen der Gesamtorganisation bestimmt [4].

Makro soziale Konflikte werden z.B. zwischen Organisationen, Unternehmen, Bevölkerungsgruppen ausgetragen. Sie sind von einer sehr hohen Komplexität gekennzeichnet. [5]

Konflikte haben die Tendenz, mit zunehmender Eskalation die soziale Arena von Mikro über Meso zu Makro auszuweiten. [6]

Rollen-, Beeinträchtigungs- und Kommunikationskonflikte

Auf der mikro sozialen Ebene werden Rollen-, Beeinträchtigungs- und Kommunikationskonflikte unterschieden. Dabei werden in der Literatur verschiedenste Rollenkonflikte beschrieben [7]:

Der Personen-Rollen Konflikt zeigt sich in Differenzen zwischen den Rollenanforderungen und den Kenntnissen, Fähigkeiten, Erwartungen oder Werten des Rolleninhabers.

Beim Rollen-Sender-Konflikt treffen unterschiedliche Erwartungen des Rollen-Senders und des Rolleninhabers aufeinander. Ein Rollen-Sender ist eine Person, die dem Rolleninhaber eine bestimmte Aufgabe gibt.

Der Interrollen-Konflikt tritt auf, wenn ein Mitarbeiter zwei Rollen hat, die aufgrund einer an ihn gestellten Aufgabe einen Zwiespalt auslösen. Innerhalb dieser Rollen muss der Mitarbeiter zwei oder mehrere Interessen wahrnehmen.

Beim Rollenüberlastungskonflikt werden zu viele Erwartungen an den Rolleninhaber gestellt, mit dem Resultat, dass diese Erwartungen innerhalb gegebener Zeit bzw. mit den gegebenen Ressourcen nicht erfüllt werden können.

Rollenambiguität entsteht, wenn dem Rolleninhaber zu wenig Information zur Verfügung steht, seine Rolle wahrzunehmen, oder wenn die Rolle unzureichend definiert ist.

Ein Beeinträchtigungskonflikt ist gegeben, wenn durch das Verhalten des einen Mitarbeiters für den anderen Mitarbeiter negative Folgen entstehen.

Ein Kommunikationskonflikt entsteht durch Kommunikationsstörungen, Verwechslungen zwischen verschiedenen Kommunikationsebenen, oder durch den Kommunikationsstil. [8]

Die Bewältigung innerer Konflikte der Mitarbeiter kann Konfliktpotential aufbauen, wenn der innere Konflikt nach Außen und auf andere Mitarbeiter übertragen wird [9].

Erfahren Sie mehr zum Thema "Konflikt und Konflikteskalation"
[1] Glasl, F., Konfliktmanagement, Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater, 10. Auflage 2011, Haupt Verlag, Bern-Stuttgart-Wien, S. 67 ff
[2] Glasl, F., a.a.O., S. 68
[3] Glasl, F., a.a.O., S. 69
[4] Glasl, F., a.a.O., S. 70
[5] Glasl, F., a.a.O., S. 70
[6] Glasl, F., a.a.O., S. 71
[8] Wiswede, G., Einführung in die Wirtschaftspsychologie, UTB für Wissenschaft, München/Basel, S. 247

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Rechtsanwältin Birgitta Becker

Rechtsanwältin Birgitta Becker
Fachanwältin für Arbeitsrecht

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